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Freitag, 10. Oktober 2008

Die Studie

In unserer letzten Woche an der Efterskole wollten wir mit den Schülern noch eine Studie durchführen. Gott sei Dank haben sich ein paar nette Schüler von Ines und Tobis Efterskole bereit erklärt den deutschen Fragebogen ins Dänische zu übersetzen und so konnte die Umfrage gleich losgehen...
Naja ein paar Hindernisse waren da schon noch zu überwinden:
Zum einen wollten wir den Rektor fragen, ob es überhaupt in Ordnung ist, dass wir mit den Schülern die Umfrage machen. Das Hinderniss war jedoch schnell geschafft, denn er wollte nicht mal wissen um was es in dem Fragenbogen geht... Irgendwie schon hart, wenn man so viel Desinteresse zu spüren bekommt!
Die andere Frage war, wie wir die Fragebögen an die Schüler bringen. Zuerst wollten wir sie auf das Intranet der Schule stellen, aber davon hat uns Annette (eine Lehrerin) abgeraten, da wir sonst voraussichtlich gar keine Antwort bekommen hätten. Aber sie hat uns das Angebot gemacht, dass wir die Fragebögen für alle Schüler (128 Stück) kopieren können. Also auf an den Kopierer.... Doch die Technik hat es nicht allzu gut mit uns gemeint und so hat der Kopierer nach ca. 120 Kopien einfach den Geist aufgegeben. Aber es ging letztendlich auch mit 120 Kopien.
Beim Mittagessen haben wir die Fragebögen dann verteilt und die Schüler gebeten sie auszufüllen. Auch hier hat uns kein Lehrer unterstützt und so war es auch nicht verwunderlich dass am Abend nur 61 Fragebögen in der Box lagen. Ok, wir mussten dann schon nicht so viel auswerten aber ein bisschen mehr hätten wir uns vielleicht schon erhofft.
Immerhin haben wir ein paar interessante Ergebnisse bekommen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

• 90% der Jungs ernähren sich nicht gesund
• nur die Hälfte der Mädchen (52%) ernährt sich gesund
• 54 % aller Jungs sind mit ihrem Gewicht zufrieden, dagegen jedoch nur 3% der Mädchen
•72% der Jungen und 86% der Mädchen haben gute Freunde gefunden. Bei den Mädchen sagt gar niemand, dass sie keine guten Freunde gefunden haben!
•64% der Jungen und 58% fühlen sich an der Schule sehr wohl. „Trifft überhaupt nicht zu“ sagen in beiden Geschlechtern 0%
Ein paar Tabellen. Ich hoffe, ihr könnt was erkennen. Auf der linken Seite sind die Jungen und auf der rechten Seite die Mädchen. Die gelben Balken bedeuten "trifft völlig zu" und die roten Balken "trifft überhaupt nicht zu".


















Dienstag, 7. Oktober 2008

Ganz neue Erfahrungen!

Mittwoch, 01.10.2008

Nachdem der Morgen eigentlich eher unspektakulär verlief, sollte der Mittag ganz neue Erfahrungen mit sich bringen. Sport war nämlich angesagt! Genauer gesagt Handball. Lisa und ich wollten zunächst nur zuschauen aber da hatten die netten Dänen etwas dagegen. Also hieß es: Auf in den Kampf! Und schon nach dem Einwerfen war uns klar, dass wir morgen wohl Muskeln spüren würden, von denen wir bisher noch nichts gewusst haben. Nach einem mehr oder weniger gelungenen Handballspiel ging es dann zum Abendessen, wo uns schon die nächste Überraschung erwartete. Gordon, ein Lehrer von hier, hat uns nämlich zum Klettern "eingeladen". (Warum gerade eine Schule, in der Sport nur als Wahlfach angeboten wird, eine ca. 7 Meter hohe Kletterwand hat, frag ich mich immer noch...) Also hieß es zum 2. Mal an diesem Tag: Auf in den Kampf! Nach anfänglicher Nervosität und kleinen Schummeleien lief es dann doch recht gut und so hab auch ich es geschafft, die Decke "abzuklatschen". Aber der nächste Tag zeigte ziemlich deutlich, dass Klettern für mich und meine Muskeln eine neue aber tolle (oder doch eher schmerzreiche) Erfahrung war ; )



Donnerstag, 02.10.2008

Endlich ein bisschen Heimat... Annette bat uns, ihren Schülern vom Linienfach Deutsch, etwas über Baden-Württemberg zu erzählen und für sie zu kochen. Etwas typisch Schwäbisches sollte es sein. Lisa und ich mussten hier nicht lange überlegen, denn was wäre typischer als Käsespätzle. Also ab in die Küche und den Spätzlesteig gemacht. Die Schülerinnen schauten gespannt zu aber den Teig wollten sie nicht probieren (Angst vor Salmonellen wegen den rohen Eiern im Teig). Trotzdem gaben Lisa und ich die Hoffnung nicht auf, dass das Essen ein voller Erfolg wird. Als wir mit unseren fertigen Spätzle am Tisch saßen, mussten wir dann aber trotzdem feststellen, dass es tatsächlich Leute auf der Welt gibt, die Käsespätzle nicht so gern mögen. Naja... uns haben sie geschmeckt :-)



Freitag, 03.10.2008

Auch Dänen feiern den "Tag der deutschen Einheit". Naja, ich schätz mal nicht alle Menschen hier, aber unsere Schule. Nach dem Film "Das Leben der Anderen" und diversen Texten auf Deutsch (ihr könnt euch die Gesichter der Schüler ja vorstellen) wurde zum Abschluss ein kleines Quiz gemacht, bei dem die 9.Klasse gegen die 10.Klasse antrat. Auch wenn die Älteren siegessicher waren, konnten am Schluss mehr Punkte auf Seiten der 9. Klasse gezählt werden, die zur Belohnung deutsche Knoppers bekamen. Ui toll ;-)


Montag, 06.10.2008

Ja, auch Dänen sind nicht perfekt. Das durften Lisa und ich am eigenen Leib erfahren als wir in Haderslev vergessen wurden. Eigentlich wollte uns eine Lehrerin aus unserer Efterskole mitnehmen. Nach 45 Minuten Wartezeit beschlossen wir aber, dass es wohl doch besser ist, die Sache selber in die Hand zu nehmen. Da unsere Dänischkenntnisse mittlerweile ja schon so gut sind (*g*), dass wir sogar dänische Fahrpläne lesen können sind wir dann um 12 Uhr endlich in Rejsby angekommen. Fast 100 Kronen ärmer, aber dafür kennen wir jetzt sämtliche Käffer Dänemarks...Ein mimimaler Kosten-Nutzen-Effekt lässt sich also erkennen :-)



Dienstag, 07.10.2008

Heute war es soweit. Wir sollten unsere erste Sportstunde halten. Gar nicht so einfach den Mädelz Tae Bo nahe zu bringen. Besonders schwer ist es, wenn einem auf einmal die einfachsten englischen Wörter nicht mehr einfallen ;-) Letztendlich hat aber doch mal wieder alles geklappt und ich glaub sogar, dass es den Mädelz Spaß gemacht hat. War auf jedenfall eine tolle Erfahrung...

Mittwoch, 1. Oktober 2008

One day in the kitchen

Endlich war es soweit... Wir durften das erste mal hinter die Kulissen unsere Küche in der Efterskole blicken und sogar selbst tätig werden. Um 7 Uhr meldeten wir uns zum Dienst und konnten gleich helfen das Frühstück herzurichten. Nachdem die Schüler in ihren Unterricht aufgebrochen waren, hieß es für uns abwaschen und ca. 20kg Kartoffeln für das Mittagessen schälen. Danach durften Lisa und ich Brot, Seelen, Wecken und Kuchen für den kommenden Abend und Tag machen.
"Werdegang des Teiges"

Man kann es fast nicht glauben, aber die machen hier wirklich alles selber. Zum Einen, weil es billiger ist, zum Anderen, weil das Küchenteam, die Lehrer und die Eltern wissen, dass die Jugendlichen so zu ihren wichtigen Nährstoffen kommen. Was auch richtig gut ist, ist, dass versucht wird vieles wiederzuverwerten. So wird aus übriggebliebenem Kaffee mit etwas Puderzucker und Kakao die Glassur für den Kuchen gemacht.

Nachmittags haben wir dann frei bekommen. Diese Zeit nutzten wir um einen Blick in die Sportstunde der Mädchen zu werfen bevor es um 17 Uhr wieder in die Küche ging um das Abendessen vorzubereiten.

Insgesamt war der Tag echt klasse! Wir haben viel gelernt, gesehen und neue, interessante Eindrücke gesammelt.




Mittwoch, 24. September 2008

Meine Efterskole

So, jetzt bin ich in Rejsby angekommen und find endlich Zeit hier auch bisschen was zu erzählen... Zunächst mal über Rejsby. Naja viel kann ich da nicht erzählen. Rejsby hat ca. 400 Einwohner (Tendenz abnehmend) und liegt 11km entfernt von Ribe. Die meisten Dänen kennen Rejsby aber nur weil sie schon einmal durchgefahren sind. Ob zu den 400 Einwohnern auch die 128 Schüler unserer europäischen Efterskole gehören konnte ich noch nicht herausfinden ;-)
Aber am Besten schaut ihr das Video an, dann könnt ihr sehen wie es hier aussieht und was es alles gibt.

Für alle die nicht wissen was eine Efterskole ist, versuch ich es noch kurz zu erklären. Efterskolen sind typisch Dänisch. Genau übersetzt bedeutet es Nachschule. Im deutschen würden wir aber wohl eher Internat sagen. Hier können die Schüler ihre neunte oder zehnte Klasse machen. In Rejsby dürfen sie allerdings nur 1 Jahr bleiben. In anderen Efterskole geht es aber auch über 2 Jahre. Was richtig gut ist, ist dass es allen Jugendlichen ermöglicht wird hierherzukommen. Die Familien bekommen nämlich vom Staat Unterstützung und so können auch Eltern, die nicht so viel verdienen, das Schulgeld bezahlen. Man findet hier also nicht nur Jugendliche von reichen Eltern. Ansonsten herrscht hier eher Zeltlagerstimmung und auch der Umgang mit den Lehrern ist viel freundschaftlicher als z.B. an deutschen Schulen.


Jetzt fragt ihr euch bestimmt was ich hier mach... Naja im Moment frag ich mich das auch noch ein bisschen. Wir setzen und "nur" mit in die verschiedenen Unterrichtsfächer und versuchen dort zu helfen. Wir hoffen aber, dass wir nächste Woche noch mit in die Küche dürfen...

Hier noch ein paar Unterschiede zu einer deutschen Schule:

1. sehr freundschaftlicher Umgang mit den Lehrern

2. die Schüler kommen mit Hausschuhen, Jogginghosen oder nur mit Socken in die Schule

3. im Unterricht ist es häufig sehr laut und die Schüler legen einfach ihre Füße auf den Tisch. Aber das soll nicht heißen, dass sie unmotiviert sind und nicht mitmachen (außer in Deutsch)

4. alle Schüler kommen mit ihren Laptops in den Unterricht

5. beim Essen hab ich manchmal das Gefühl, dass die Jugendlichen gar keinen richtigen Bezug zu den Nahrungsmitteln haben. Sie laden sich sehr viel auf den Teller und schmeißen dann die Hälfte weg

6. jeden Morgen werden die Nachrichten geschaut